Hainichen

Ansprache zum Neujahrsempfang am 12.01.2018

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste!

Herzlich willkommen zum 2018er Neujahrsempfang im wieder gut gefüllten Rathaussaal, sowie in den Fluren und im Treppenhaus. Auch dieses Jahr haben wir wieder Lautsprecher aufgestellt, damit Sie, auch wenn Sie keinen Platz im Rathaussaal gefunden haben, dem Neujahrsempfang zumindest akustisch folgen können. Erstmals läuft zu meiner Ansprache hier auf der großen Leinwand im Rathaussaal eine Bilderpräsentation zu meinen Worten– es lohnt sich also, sofern Sie Platz finden, in den Rathaussaal bzw. auf die Empore zu kommen.

Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen meiner Frau, meiner beiden Stellvertreter, der Damen und Herren Stadträte und auch den Mitglieder der Ortschaftsräte Gesundheit, persönliches Wohlergehen, Glück und viele positive Momente 2018 –zum Wohl.

Ich hatte es ja schon erwähnt, auch in diesem Jahr haben Schülerinnen und Schüler unserer Friedrich-Gottlob-Keller Oberschule gemeinsam mit den Lehrerinnen Frau Reißig, Frau Estler, (übrigens seit 1 ½ Jahren im Ruhestand, trotzdem lässt sie es sich nicht nehmen, diesen zum Neujahrsempfang zu unterbrechen), Sozialbetreuerin Conny Köhler, Frau Kaufmann und weiteren Helferinnen und Helfern seit den Mittagsstunden das Essen vorbereitet.

Ich hatte im Gegensatz zu Ihnen bereits das Glück, das Buffet, für welches mir nur der Begriff „zauberhaft“ einfällt, anschauen zu dürfen. Auch deshalb, weil dieses, bis ich später nach oben komme, wohl bereits nur noch in Bruchteilen existieren wird.  Da es nachvollziehbarer Wunsch der Akteure ist, nach vielen Stunden Arbeit nach Hause gehen zu dürfen, bitte ich die jungen Leute schon jetzt nach vorn, um unseren Dank und einen riesigen Applaus für Eure tolle Arbeit entgegen zu nehmen.

Mein Dank gilt weiteren Akteuren, die zu einem hoffentlich gelungenen Neujahrsempfang ihren Beitrag leisten. Herrn Leye, Lehrer an unserer Oberschule, der mit seinen Schülerinnen und Schülern für die musikalische Umrahmung der heutigen Veranstaltung sorgt, unserer Kulturamtsleiterin Evelyn Geisler, die in gewohnter Weise den Neujahrsempfang vorbereitet hat, Herrn Krätzsch an der Technik, meiner neuen Assistentin Frau Morgenstern am Beamer sowie Frau Haut-Hentschel die heute an der Pforte sitzt. Ein ganz besonderer Dank gilt dem Jugendclub Berthelsdorf der sich bereit erklärt hat, heute Abend den Getränkeausschank zu übernehmen. Ihnen allen gebührt ein weiterer Applaus.

 Es ist mir, liebe Gäste, ein wichtiges Anliegen Ihnen allen an dieser Stelle mitzuteilen, dass ich mich über den Besuch eines jeden einzelnen von Ihnen sehr freue. Wenn ich jetzt einige unserer Gäste namentlich begrüße, bedeutet dies keinesfalls die Einteilung in Gäste unter-schiedlicher Kategorien, es ist aber eine Sache, welche das Protokoll einfach so verlangt.

Ich begrüße die heute anwesenden Damen und Herren Stadträte, meine  Stellvertreter Jan Held und Kay Dramert, sowie die Damen und Herren Ortsvorsteher und Ortschaftsräte.

Ich begrüße herzlich das Mitglied des Sächs. Landtags und gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der CDU Landtagsfraktion Frank Kupfer. Er wird freundlicherweise im späteren Verlauf der Veranstaltung noch eine ehrenvolle Aufgabe übernehmen. Ich freue mich sehr, dass die gewählte Landtagsabgeordnete unserer Region, Iris Firmenich,  erstmals wieder seit vielen Jahren  den Neujahrsempfang der Stadt Hainichen besucht.

Ich begrüße den 1. Beigeordneten des Landrats, Dr. Lothar Beier in unserer Mitte. Ich grüße meine Amtskollegen aus Lichtenau und Altmittweida, Bürgermeister Andreas Graf und Jens- Uwe Miether. Herzlich willkommen dem stv. Bürgermeister der Nachbarstadt Frankenberg, Oliver Gerstner. Ich freue mich, dass aus der Stadtverwaltung Freiberg, die ja heute selber Neujahrsempfang hat, die Kämmerin, Frau Schönherr heute zu unseren Gästen zählt.

Ich grüße den neuen Revierleiter des Polizeireviers Mittweida, Ulrich Scherzer und möchte an dieser Stelle an seinen Vorgänger Bernd Bauch, erinnern, der uns im September viel zu früh für immer verlassen hat. Er war jedes Jahr Gast bei unserem Neujahrsempfang.

Ich grüße Amtsgerichtsdirektor Lutz Hasselmann, den Vorsteher des Finanzamts Mittweida, Bernd Wisslicen, Susan  Heine, Geschäftsführerin der Bundesagentur für Arbeit Freiberg und Michael Stritzke Leiter der Niederlassung Chemnitz im Landesamt für Straßenverkehr.

 Herzlich willkommen dem Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Freiberg gGmbH, Stefan Todtwalusch, sowie unserem neuen Augenarzt vom Städtischen Klinikum Dresden, Dr. med. Naser Salehi. Herzlich willkommen, unseren Hainichener Ärzten Frau Dipl. med. Annedore Stollberg, Dr. Ulrike Stollberg, Dr. Gerhard Stollberg und Dr. Lutz Stollberg.

Herzlich Willkommen dem Vorstandsvorsitzenden des Mittelsächsischen Kultursommers Heribert Kosfeld, gemeinsam mit dem MISKUS Mitarbeiter Jörn Hänsel, dem Mitglied des Vorstands der Sparkasse Mittelsachsen, Holger Nerlich dem Technischen Leiter des ZWA Hainichen Ulrich Pötzsch, sowie vom DRK KV Döbeln-Hainichen, dem Vorstandsvorsitzenden Michael Fessler und den stellvertretenden Geschäfsführer Rolf Linke.

Ich grüße die Schulleiterin unserer Friedrich Gottlob Keller Oberschule, Corinna Weinhold, ihren Vorgänger im Amt Frank Dittmann und freue mich auch ganz besonders, dass der neue Direktor des Martin Luther Gymnasiums Frankenberg, Ingo Pezold, der die durch seine Vor-gängerin Frau Burkert eingeführte Tradition fortsetzt, regelmäßig beim Neujahrsempfang der Stadt  Hainichen zu Gast zu sein.

Ich grüße die Gäste der Kirchen am heutigen Abend, von der Evangelisch Lutherischen Trinitatiskirchgemeinde Diemut und Friedrich Scherzer, als Vertreter der Katholischen St. Konradgemeinde Roman Neumüll und Kamil Pawel Czapla.

Herzlich Willkommen dem Geschäftsführer des neuestem Hainichener Unternehmens, der LISt GmbH, Frank Herrmann Göpfert, schön, dass Sie seit Mitte Dezember in unserer Stadt ihren Firmensitz haben.

Ich grüße den Präsidenten des Kreissportbundes Mittelsachsen, Herrn Volker Dietzmann, der heute ebenfalls noch eine ehrenvolle Aufgabe übernehmen wird.

Herzlich willkommen dem amtierenden Schützenkönig Manuel Waschtowitz mit Königin Kristin im Jahr 1 nach dem großen Schützenjubiläum.

Ich begrüße die von weiter her angereisten Gäste, unseren Sanierungsberater Matthias Preiß Fa. SKE aus Schneeberg, und den gebürtigen Hainichenern Peter Pöschel aus Zeuthen und Professor Jobst Henker, der seit vielen Jahre in leitender Position am Universitätsklinikum Dresden tätig ist. Ein ganz besonderer Gruß  unserem am weitesten angereisten Gast, Peter Mattheß aus Genf in der Schweiz,  ebenfalls ein gebürtiger Hainichener.

Mit Peter Mattheß grüße ich die weiteren anwesenden Personen, welche sich bislang ins Ehrenbuch unserer Stadt eintragen durften, Christian Blümich, Helmut Schürer, Peter Reif, Siegfried Schmidt, Walter Glöckner, Horst Glöß, Ursula Kolb und Dietmar Judas.

Besonders begrüße ich unseren Gemeindewehrleiter Jürgen Detsch mit seinem Stellvertreter Sven Heerklotz, sowie die Wehrleiter aus  Cunnersdorf Ronald Winkler, Eulendorf Helmar Glöckner und Schlegel Steffen Heerklotz. Ich grüße die stv. Wehrleiter der Feuerwehren Hainichen und Bockendorf Tony Lautenschläger und Sirko König. Auf das Einsatzgeschehen 2017 der Feuerwehr unserer Stadt werde ich im Verlauf meiner Ansprache näher eingehen.

Ich fürchte, dass ich nun bereits ins Fettnäpfchen getreten bin, nämlich weil ich jemand nicht namentlich begrüßt habe, der dies erwartet hat. Allen Gästen, die ich namentlich erwähnt habe, aber auch diejenigen die nicht genannt wurden, bzw. die ich schlichtweg vergessen habe zu nennen, soll der nun folgende Applaus gelten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, im Zusammenhang mit den zugegebenermaßen beengten Bedingungen im Rathaussaal hat es schon eine gewisse Tradition, dass ich mit Verweis auf den Neorokokosaal des Goldenen Löwen verspreche „bald wird alles besser“. Erstmalig vor 5 Jahren habe ich zum Neujahrsempfang die Prognose abgegeben, dass irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft, mit Eröffnung des Festsaals im Goldenen Löwen die Kuschelatmosphäre im Rathaus vorüber ist und jeder Gast einen eigenen Sitzplatz haben wird. Nun haben die Arbeiten zur Sanierung des Saales im Herbst 2017 endlich begonnen. Als Kampfziel für die Saaleröffnung habe ich den Neujahrsempfang 2020 vorgegeben. Auch wenn dieses Datum aufgrund der aufgetretenen Probleme mit der Saalgründung und der zu dünnen Saalaußenwand zwischenzeitlich nicht mehr in Stein gemeißelt ist, wir werden in Hainichen auf keinen Fall ein Exempel a la Flughafen Berlin-Brandenburg bzw. Hamburger Elbphilharmonie statuieren. Wir steuern nach wie vor den 17.1.20 als Eröffnungstermin an. Wenn dann aber erstmalig der Neujahrsempfang am 22.1.21 dort abgehalten werden kann, weil sich die Eröffnung erst Mitte 2020 realisieren lässt, würden wir es auch überleben, wie ich meine. Zumindest geht mit dem Umzug in zwei bzw. spätestens in drei Jahren sicherlich auch ein Stück Gemütlichkeit verloren.

Der findige Besucher wird es bei genannten Terminen schon bemerkt haben, ich tendiere dazu, ab 2019 den Neujahrsempfang eine Woche später als bisher durchzuführen. Lag unser Neujahrsempfang bisher nur zeitgleich mit der gleichen Veranstaltung in Roßwein, führt nun auch unsere Kreisstadt Freiberg seit vergangenem Jahr ebenfalls am Abend des 2. Freitags im Jahr ihren Neujahrsempfang durch. Da wir es mit Freiberg nicht aufnehmen können und auch nicht aufnehmen wollen, tendiere ich, sollte ich 2019 noch im Amt sein, wir wählen am 15.9. ja einen neuen Bürgermeister, dazu dass wir uns eine Woche später als bisher treffen.

Ich bringe mit Nennung dieser Termine die Überzeugung zum Ausdruck, dass unsere Welt in einem Jahr noch nicht untergegangen sein wird, auch wenn mir auch manche Entwicklungen derzeit große Sorgen bereiten. Ich möchte hier den im Vorjahr so oft erwähnten Reformator Dr. Martin Luther zitieren, welcher einmal sagte „Narren sollte man nicht über Eier setzen, sie zerbrechen dieselben“. Wenn ich mir manche Sätze und Handlungen des seit einem Jahr im Amt befindlichen US Präsidenten Donald Trump anschaue, fällt mir leider irgendwie immer wieder dieses Zitat ein.

Wollen wir hoffen, dass die Kontrollmechanismen rund um Weißes Haus und Pentagon so stark sind, dass Donald Trumps gefährlichen Wortspielen nicht auch entsprechende Taten folgen. Wohl ist mir beim Blick über den Großen Teich seit einem Jahr auf jeden Fall nicht mehr. Was war Barack Obama im Vergleich dazu doch für ein toller Mensch und Präsident.

Gleichzeitig habe ich derzeit immer mehr das Gefühl, wir wissen in Europa, aber auch in Deutschland nicht mehr so richtig zu schätzen, dass wir seit nunmehr 72 ½ Jahre in Frieden und in einem guten Miteinander leben dürfen und das häufig auch in einem Wohlstand, um den uns fast die ganze Welt beneidet. Der Brexit, die Unabhängigkeitserklärung Kataloniens, demokratiefeindliche Aktivitäten der polnischen Regierung aber auch regelmäßige Macht- und Ränkespiele der NATO im Baltikum, unmittelbar an der russischen Grenze, lassen mich den Eindruck gewinnen, eine immer größer werdende Anzahl an Menschen in Europa wird friedensmüde. Solange der russische Bär vor sich hinschlummern darf, ist er friedlich, wenn er aber gereizt wird, geht dies für denjenigen, der ihn reizt niemals gut aus. Dies haben uns schon die Großeltern gelernt, es gerät nach meinem Gefühl immer mehr in Vergessenheit. 

Nicht nur durch das Austauschen weniger Buchstaben sondern auch ganz reell wird schnell aus der Chance das Chaos, aus dem Frieden der Frust und aus Kraft die Krise. Der 60. Geburtstag der europäischen Union am 25.3.2017 war eines der Jubiläen des Vorjahrs, die aus meiner Sicht viel zu wenig öffentlich wahrgenommen wurden. Die Europäische Union wurde als Ergebnis jahrhundertelanger Kriege und Fehden in Europa, zumeist mit unseren Nachbarländern gegründet. Sie beschert uns seit über sieben Jahrzehnten nicht nur Wohlstand sondern auch Frieden. Daran muss immer wieder erinnert werden.

Feinde der freiheitlich demokratischen Grundordnung gibt es viele, auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Ich bin immer noch sprachlos über die Zerstörungswut linker Chaoten zum G20 Gipfel in Hamburg. Ich kann nicht verstehen, dass es über ½ Jahr dauert, bis man Fotos dieser Verbrecher zur Fahndung veröffentlichen darf, so etwas müsste nach meinem Dafürhalten viel schneller gehen. Und das Gesetz muss in seiner vollen Härte zuschlagen, wenn mutwillig Autos angebrannt, Läden geplündert und Dinge zerstört werden.

Das Ergebnis der letzten Bundestagswahl und insbesondere in unserem Freistaat, gehört zu den Ereignissen des Vorjahres, welche ich, das gebe ich auch gerne zu, persönlich noch nicht richtig verarbeitet habe. Bei der momentanen Positionierung der beiden Volksparteien CDU und SPD in Richtung politische Mitte, man hat oft den Eindruck, dass sich eigentlich beide Parteien zusammenschließen könnten, ist es die logische Konsequenz, dass sich sowohl am rechten als auch am linken Rand Räume bilden, welche die beiden Parteien nicht mehr abdecken können. Ich will hier nicht auf die Wähler verbal einprügeln: Aber ein Problem habe ich schon damit, dass eine Partei bei der letzten Bundestagswahl in Sachsen und auch in Hainichen prozentual die meisten Stimmen bekommen hat, welche sich nicht von dem Vorkommnissen zum 3. Oktober 2016  in Dresden distanziert, als Deutschlands ranghöchste Politiker mit niederträchtigen Schreien beleidigt wurden und unseren gesamten Freistaat in Misskredit brachten. Eine Partei, von der Teile der Führungsspitze Begriffe wie Volksverräter, Lügenpresse und Umvolkung wieder in den deutschen Sprachschatz aufnehmen möchten.

Auch Auftritte der Kanzlerin vor der Bundestagswahl in Torgau und Annaberg-Buchholz, wo hunderte Krawallmacher, viele davon mit Fahnen besagter Partei, nur gekommen waren, um die gewählte Staatsmacht niederzubrüllen und auszupfeifen, bereiten mir große Sorgen. So etwas hatten wir in unserem Land schon einmal und wie dies endete, wissen wir hoffentlich alle noch. Auch 1933 waren die Mehrzahl der Wähler keine klassischen Nazis oder Rassisten.

Wer „Das Volk“ sein will, der muss sich benehmen können. Herausragende Tugenden des deutschen Volkes sind Respekt und Anstand. Krakehler (übrigens jüdischer Begriff) welche Oktober 2016 in Dresden und im September 2017 in Torgau und Annaberg-Buchholz gerufen haben „wir sind das Volk“, sind nicht das Volk, sondern eine Schande für Deutschland.

Allerdings, das gehört auch zur Wahrheit, müssen die demokratischen Parteien den Teil der  Wähler wieder zurückholen, welche Demokratie, Meinungsfreiheit und Pluralismus nicht ablehnen.  Ich hoffe und denke, dass dies eine große Zahl der sogenannten „Protestwähler“ ist. Und da gibt es im Hinblick aufs Demokratieverständnis einiges zu tun: „Jamaika Aus“ ist nicht nur Wort des Jahres, sondern in meinen Augen auch ein Begriff für ein Politikversagen. Die Groko ist nach dem Ausscheren der FDP in meinen Augen alternativlos, denn Neuwahlen würden, da bin ich überzeugt, zumindest solange die Spitzenkandidaten Merkel und Schulz heißen, keine anderen Mehrheitsverhältnisse bringen. Und wählen bis einem das Ergebnis passt, das gibt es zum Glück in einer Demokratie nicht. Dabei halte ich soziale Gerechtigkeit, die Zukunft unseres Bildungssystems, mehr gefühlte Sicherheit und einen starken Staat für wichtigere Themen als Bürgerversicherung und den Familiennachzug subsidär geschützter Flüchtlinge. Letzteres halte ich schon deshalb für bedenklich, weil in unseren Großstädten teilweise zu schnell neue Stadtviertel mit einer aus meiner Sicht nicht immer gesunden Durchmischung der Bevölkerung entstehen. Wer durch den Stadthallenpark bzw. über die Zentralhaltetelle im Stadtzentrum  von Chemnitz läuft, weiß sicher, wovon ich spreche. Während 2016 nur 8,8 % der aus Hainichen weggezogenen Flüchtlinge nach Chemnitz gezogen sind, waren es 2017 52 % oder 86 Personen, die allein aus Hainichen in die ehemalige Bezirksstadt abwanderten. Geblieben in Hainichen ist trotz Angebots an Wohnraum und Arbeit, trotz oft guter Integration in den Vereinen im Jahr 2017 niemand.

Am Wahlabend war Zeit den Kopf zu schütteln und die Welt nicht mehr zu verstehen. Doch der Wahlabend ist vorbei, jetzt muss unser Widerstand beginnen. Gegen das, was unsere Demokratie bedroht. Damit meine ich nicht besagte Partei, nein, damit meine ich Ignoranz, Intoleranz, soziale Ungleichheit, Kaltherzigkeit, Unverständnis und Angstmache.

„Das wird man doch noch sagen dürfen“, war ein gerne gebrauchter Satz im Wahlkampf: Ja wir leben in einem freien Land und viele Menschen auf der Welt beneiden uns darum, man darf fast alles sagen und hinterher kann man zustimmen oder widersprechen. Wenn es aber darum geht, die Diktatur des Nationalsozialismus zu verherrlichen oder den Holocaust zu leugnen, dann muss man sagen „NEIN, das darf man eben nicht sagen“.  Weil solche Sätze Menschen beleidigen oder herabwürdigen, weil schlimme historische Wahrheiten geleugnet und damit die Opfer des Hitler-Regimes noch einmal verhöhnt werden.

Ich sage es bewusst in Anwesenheit einer der höchsten Sächsischen Politiker, Frank Kupfer:  Auch die großen Volksparteien sollen und müssen mehr Populismus an den Tag legen. Der Erfolg der AfD in der Provinz spiegelt auch eine gewisse Arroganz der Großstädter wieder. Auch in Bayern und Baden-Württemberg hatte diese Partei vor allem im ländlich geprägten Raum eine beträchtliche Anzahl von Wählern.  „Das große Berlin entscheidet, was ich in meiner kleinen Welt in Mittelsachsen, im Erzgebirge oder im Bayerischen und Oberpfälzer Welt ausbaden muss“. Die Politiker der großen Volksparteien haben den Populismus zur letzten Bundestagswahl zu sehr den Rechten überlassen. Das Wort Populus heißt Volk. Eine volksnahe Politik sollte für die großen Volksparteien, welche ja keinem speziellen Klientel verpflichtet sind, selbstverständlich sein.

Als wir in Hainichen 2015/2016 eine Brandserie hatten, wäre nicht ansatzweise denkbar gewesen, dass ich mich als Bürgermeister weg ducke und erst nach mehreren Tagen auf Dinge reagiere. Wenn es in der Flüchtlingsunterkunft am Ottendorfer Hang Probleme gibt, dann sind klare Worte nicht nur für die einheimische Bevölkerung gefragt, sondern auch zum Schutz der zahlreichen unbescholtenen Bewohner des Wohnprojekts. Schnelle Reaktionen zum Beispiel nach Terroranschlägen, nach den Ereignissen in der Silvesternacht 2015 in Köln, aber auch nach den genannten Ereignissen in Dresden, Torgau und Annaberg-Buchholz, sind in der großen Politik zwischenzeitlich leider alles andere als selbstverständlich.

Wie kann es zum Beispiel sein, dass wir seit nunmehr 12 Jahren für einen Radweg auf einer stillgelegten Bahntrasse kämpfen, auf der über 100 Jahre Züge gefahren sind. Ein Radweg, den wohl 99 % unserer Bevölkerung haben will, den aber einzelne Personen verhindern, weil es gesetzliche Bestimmungen gibt, die sich ein Naturschutzbund Sachsen zunutze macht. Gleiches gilt auch für die Ortsumgehungen Freiberg/Flöha. Wenn selbst Vertreter der Partei „Die Grünen“ sagen, sie hätten kein Verständnis für Teile dieser Gesetze, frage ich mich, warum niemand den Mut hat, daran etwas zu ändern. Der hoch angesehene langjährige Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte zu seiner Abschiedsrede im September 2017, er habe den Eindruck, dass die große Politik zu häufig nachrangige Dinge debattiert und beschließt, während wichtige Angelegenheit oft jahrelang auf der Strecke bleiben.

Wie kann es sein, dass für das Debakel am Berliner Flughafen keiner der Verantwortlichen gerichtlich zur Rechenschaft gezogen wird, obwohl die dilettantische Herangehensweise Milliarden Steuergelder mehr als geplant kostet und verantwortliche Personen des Projekts wohl schon vorab für ihr Versagen auf ganzer Linie sicherlich fürstlich entlohnt wurden.

Wie kann es sein, dass der Landkreis Mittelsachsen einen Asylbewerber aus Italien (ich habe mich nicht versprochen, es handelte sich tatsächlich um einen waschechten Italiener!) für mehrere Monate im Hainichener Flüchtlingswohnheim unterbringen muss. Für mich ist die Tatsache, dass ein EU Bürger in einem anderen EU Staat einen Asylantrag stellen kann und dieser dann auch noch bearbeitet wird, einfach nur lächerlich.

Kann man es einem durchschnittlichen Mitbürger erklären, dass ein einzelner Bewohner der Flüchtlingsunterkunft ohne jegliche Bleibeperspektive, der sobald er unter Alkoholeinfluss steht, Dinge kaputt macht und Mitbewohner bzw. Wachpersonal bedroht, nicht bis zur Beschaffung der Papiere in Abschiebehaft genommen werden kann. Es gehört für mich zu den Rätseln in unserem Land, dass man leichter ohne Pass ins Land kommt, als ohne Pass wieder hinaus und häufig nicht einmal das Leben als Krimineller ernsthafte Konsequenzen hat. Der geduldigste Flüchtlingshelfer wird irgendwann zum AfD Wähler, wenn er das Gefühl bekommt, dass auch kriminelles Handeln für den Aufenthalt in Deutschland kaum nachteilige Folgen hat.  

Umfragen zeigen, das Ansehen von Politikern sinkt, je höher die politische Ebene ist, auf welcher diese tätig sind. Von rund 260.000 ehrenamtlichen Politikern, zumeist Kommunalpolitiker in unserem Land, kann manch einer im Bundestag noch viel lernen. Lokalpolitiker vor Ort genießen zumeist eine deutlich hohe Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Wenn wir aber die kommunalen Strukturen weiter zerstören, etwas durch Gebietsreformen, Zwangs-Zusammenschlüsse von Gemeinden oder durch das Abhängen ländlicher Räume, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Frust „über die da oben“ weiter zunimmt. Daher sollten gerade Vertreter der Volksparteien frei nach Willy Brandt „Mehr Populismus wagen“ einen Populismus aus der Mitte der Gesellschaft.“  

Andererseits sollten wir uns auch immer wieder vor Augen führen, auf welch hohem Niveau wir in Deutschland jammern. Eine kurze Fahrt mit dem Auto nach Polen und Tschechien genügt, um festzustellen, dass es der großen Mehrheit in unserem Land im Allgemeinen vergleichsweise gut geht. Die allermeisten der dortigen Bewohner wären sicherlich froh, wenn Sie nur unsere Probleme hätten. Die Durchschnittsrenten dort betragen meist weniger als 500 €/Monat bei nahezu gleichen Lebenshaltungskosten. Schaute man zu Weihnachten unter die Weihnachtsbäume, sah man zumeist unseren Reichtum. Wir haben Frieden, Wärme, Essen und Wohnraum. Und aktuell spricht nichts dafür, dass diese Spirale für uns Deutsche in den nächsten Jahren nach unten geht.

Für mich sind viele Pfeiler der Gesellschaft gefordert, dies den Menschen immer wieder vor Augen zu führen. Eltern, Lehrer, Erzieher, Trainer, Politiker, Sozialarbeiter. Ich will das Deutschland, in dem ich lebe nicht riskieren und bin stolz aufs freundliche Gesicht dieses weltoffenen, demokratischen Lands.

Nach den Ausflügen in die große Weltpolitik zurück in unser beschauliches Hainichen, wo das vergangene Jahr nach meinem Dafürhalten von vielen positiven Dingen gekennzeichnet war.

5,414 Millionen Euro haben wir als Stadt für Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen im Jahr 2017 ausgegeben. Hainichen wurde damit wieder ein Stück attraktiver.

Drei der größten Baumaßnahmen in unserer Stadt im vergangenen Jahr sind dabei in dieser Summe gar nicht enthalten, stimmen uns aber ganz besonders froh:

Für rund 6 Mio. Eure wurde die ehemalige Reichsbahnschule zur neuen Zentrale der LISt umgebaut. Ich bin dem Freistaat Sachsen sehr dankbar, dass er hier bewiesen hat, nicht Wasser zu predigen und Wein zu trinken: Zum einen entschied man sich bewusst für ein erhaltenswertes Bestandsgebäude und für keinen gesichtslosen Neubau auf der grünen Wiese, zum anderen war es vollkommen richtig, diese Investition nicht in Dresden, Leipzig, Chemnitz oder Zwickau zu tätigen, sondern ganz bewusst im ländlichen Raum.

Nach entbehrungsreichen Jahren mit Verlust des Kreissitzes, des Gymnasiums und der Hauptstelle des Amtsgerichts war dies endlich einmal eine Festlegung aus Dresden pro Hainichen. Solche Entscheidungen brauchen wir in Sachsen viel mehr. Gegenden die mit dem demographischen Wandel zu kämpfen haben, werden aufgewertet, es entsteht nicht der Eindruck, man ist eine abgehängte Region und preislich ist eine Investition in Hainichen sicherlich auch erheblich günstiger als in Dresden oder Leipzig. Vielen Dank auch an die Fa. Backer Bau und die Fuchs Gruppe, der Geschäftsführer von Backerbau Michael Altmann ist heute anwesend, welche dieses so positive Ereignis mit der Bereitschaft zur Übernahme der Bauarbeiten zu für alle Seiten akzeptablen Konditionen erst möglich machte.

Finanziell noch höher war die Investition am ehemaligen Molkereigelände, wo im Juni 2017 das Seniorenheim Leinenweberhof eröffnet wurde. Eine Baumaßnahme, die uns ebenfalls sehr freut und an die ich, das muss ich zugeben – gar nicht mehr so recht geglaubt hatte. Herzlich Willkommen der Heimleiterin Iris Wiersma-Dannenberg, der Pflegeleiterin Lysann Nebel und dem gesamten Team unseres neuen Seniorenheims Leinenweberhof.

Rund 2 Mio. € schwer war die Sanierung des Haus B vom ZWA. Hier konnten wir als Stadt mit Bereitstellung und Weiterleitung von Fördermitteln des Stadtumbauprogramms zumindest eine finanzielle Unterstützung geben.

Größte städtische Maßnahme im vergangenen Jahr war die Hochwasserschadensbeseitigung entlang des Witzbachs an der Mittweidaer Straße.  Hier wurden seit Sommer 2016 insgesamt 2,223 Mio. € verbaut. Derzeit läuft der 2.Teil des Bauvorhabens auf der Falkenauer Straße bis zum Brauereiteich. Auch einige Unebenheiten im Baustellenbereich an der Mittweidaer Straße müssen durch den Baubetrieb noch beseitigt werden, dazu wird voraussichtlich für wenige Tage noch einmal eine Vollsperrung notwendig werden.

Weitere Hochwasserschadensbeseitigungsmaßnahmen wurden an den Schneiderhäusern sowie am Unteren Löschteich in Schlegel durchgeführt. Am Saugartenbach in Wingendorf führt die Stadt Oederan derzeit ein größeres Vorhaben durch, an welchem wir finanziell in geringem Umfang beteiligt sind, weil unser Ortsteil Siegfried davon betroffen ist.

Eine größere Hochwasserschadensbeseitigungsmaßnahme arbeitete vergangenes Jahr der Landkreis Mittelsachsen in Berthelsdorf ab, wo zwischen Siedlungsweg und Steinweg die Stützmauer erneuert wurde. Glücklicherweise konnte die negative Begleiterscheinung der Maßnahme, nämlich die Havarie durch einen umgestürzten Kran, der auf ein Einfamilienhaus fiel, offensichtlich zu für die Geschädigten akzeptablen Konditionen geregelt werden, wenngleich das Ganze eine sehr schwere Geburt war.

Millionenschwer auch das Bauvorhaben am alten Bauhof Mittweidaer Straße, wo aus einer Dreckschleuder mit Teertanks und kontaminierter Erde eine innerstädtische Grünfläche entsteht, auf der unter anderem eine Hundewiese angelegt wird und im Winter mit wenig Aufwand eine Natureisfläche entstehen kann, sollte es mal einen härteren Winter geben.

Weitere Baumaßnahmen der Stadt beinhalteten den Neubau der Ringstraße am Ottendorfer Hang (rund 308.000 €), den Beginn des grundhaften Ausbaus der August-Bebel-Straße (insg. rund 774.000€) sowie den Baustart vom Rückbau  des ehemaligen Saatguts (rund 700.000 €). Hinzu kamen kleinere Maßnahmen an Gehwegen am Bahnhof und an der Mittweidaer Straße sowie die Fahrbahnregulierung am Neubau und auf der Schlegeler Straße 30-32.

Da ein Wintereinbruch nicht in Sicht ist, sollen übrigens die beiden Baumaßnahmen an der August-Bebel-Straße, Straßenbau und Saatgutabriss ab kommenden Montag weitergehen.  

Auch in den Ortsteilen wurde einiges investiert, so erhielt das Heimateck in Eulendorf einen neuen Fußboden mit integrierter Fußbodenheizung, das Sportlerheim Riechberg neue Türen und Schlegel ein Stück neue Straße.

Unsere Kindertagesstätten konnte ihre Attraktivität weiter steigern, die Kindertagesstätte Storchennest des DRK in den Räumen der Hasengruppe, die Villa Zwergenland mit Arbeiten im Außengelände des Areals und der Hort AlberTina mit Innenarbeiten. Die Hainichener Kegelbahn erhielt einen neuen, behindertengerechten Zugang.

Nicht zu vergessen die weitere Sanierung des Werner-Mausoleums unter Federführung des Altstadtfördervereins Hainichen und die Wiederherstellung vom Kriegerdenkmal in Cunners-dorf unter Federführung der dortigen Feuerwehr. Großen Respekt bei letzter Maßnahme für das Engagement des gesamten Ortsteils Cunnersdorf.

Wenn mich von den vorgenannten Baumaßnahmen eine ganz besonders freut, dann ist es der Abriss vom Saatgut. Nachdem mir der zuständige Abteilungsleiter im Innenministerium Ende Januar 2017 mitgeteilt hat, dass ein Abriss (wir gingen damals noch von 1,75 Mio. € Gesamtkosten aus) nur gefördert werden kann, wenn wir noch 2017 damit beginnen, schien das Vorhaben noch bis September schier aussichtslos. Es gab juristische und grundbuchliche Fallstricke, die unüberwindbar schienen. Mit viel Penetranz und maßgeblicher Unterstützung u. a. der RA Kanzlei Lorenz, der Stadt Königs-Wusterhausen und weiterer Akteure wurde das Ganze noch eine runde Sache. Damit fällt der letzte ganz große Schandfleck in unserer Stadt.

Eine markante Investition, welche zwar mit dem städtischen Haushalt nichts zu tun hat, aber gut und wichtig für Hainichen ist, war die Sanierung der Sauer-Orgel in der Trinitatiskirche, die dank einer Investition von rund 100.000 € wieder neue, frische Töne von sich gibt. Neben zahlreichen weiteren Spendern haben Sie, lieber Peter Mattheß, mit ihrer spektakulären Idee, den Thomanerchor am 3.7.2015 nach Hainichen zu holen und auch noch zu bezahlen, maßgeblichen persönlichen Anteil an der Realisierung dieser Maßnahme.

Auch wenn im Vorjahr nach dem Gellertjahr 2015 und dem Kellerjahr 2016 keine derartigen Großereignisse in Hainichen stattfanden, wir haben in Hainichen und in den Ortsteilen tolle Feste gefeiert, aus meiner Sicht war dabei das herausragende Event das 300jährige Jubiläum der Privilegierten Schützengilde mit alleine über 100 Gästen aus der Partnerstadt Dorsten.

Weitere wichtige Ereignisse 2017 waren u. a. das 125jährige Jubiläum der Rassekaninchen-Züchter, 60 Jahre Riechberger FC, ein Konzert der Deutschen Streicherphilharmonie unter Federführung des Mittelsächsischen Kultursommers in der Trinitatiskirche, das Schauturnen des ATV Hainichen am 4.11.2018, die Pflanzung von 4 Lutherlinden am 500. Jahrestag der Reformation natürlich das Parkfest, der Weihnachtsmarkt und mehrere Dorffeste.

Wichtige Ereignisse unserer Wirtschaft war die Fertigstellung der neuen Firmenhalle von Bohrwerkzeuge Hoffmann, das 25jährige Jubiläum des größten Arbeitgebers in unserer Stadt, der Fa. ISH, sowie die Neuansiedlung der Fa. Pneuhage/Interpneu in die ehemaligen Völkerhallen im Gewerbegebiet.

Zum Abschluss meiner Rückschau noch eine beeindruckende Zahl: Die Stadt Hainichen hat alleine in den Jahren 2010 bis 2017 die Summe von rund 36,7 Mio. € investiert, davon 22,1 Mio. € in den Hochbau, rund ¾ davon in die Errichtung des Schulzentrums.

Rund 7,5 Mio. € flossen seit 2010 in den Tiefbau, viel davon für neue Straßen und Fußwege. Damit wurde viel Geld für ein besseres Stadtbild investiert. Auch als Wirtschaftsfaktor für die heimische Wirtschaft hat die Stadt Hainichen in letzter Zeit eine sehr wichtige Rolle gespielt.

Doch jetzt ein Blick auf das gerade begonnene Jahr für unsere Stadt und die Ortsteile:

Auch im Jahr 2018 geht es in Hainichen mit einem unverändert hohen Investitionsvolumen weiter. Mit 9,746 Mio. € wurde in den Haushalt 2018 sogar die höchste Summe der letzten Jahre überhaupt für in diesem Jahr geplante Investitionen eingestellt.

Von den 9,746 Mio Euro entfallen 4,46 Mio. € auf den Hoch- und 2,57 Mio.€ auf den Tiefbau.

Im Hochbau enthalten sind unter anderem die weiteren Bauarbeiten am Goldenen Löwen, der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Schlegel und die Errichtung eines Kunstrasens auf dem Areal des jetzigen Hartplatzes im Sportforum an der Pflaumenallee. 

In den Tiefbaugeldern sind unter anderem die Sanierung des Ottendorfer Bergs, das Anlegen eines Dorfplatzes in Gersdorf, der Neubau von Teilen der Straße Talblick in Schlegel und der Neubau einer Zisterne in Falkenau enthalten.

Weitere geplante Baumaßnahmen dieses Jahr sind auch die Sanierung des Bockendorfer Dorfgemeinschaftshauses, der Erwerb einer Tragkraftspritze für die Freiwillige Feuerwehr Bockendorf sowie der Einbau eines Fahrstuhls in die Kindertagesstätte Storchennest.

Wir setzen bereits die Segel für die Zeit nach 2018 indem wir den Ausbau der Heinrich-Hei-ne- Straße und den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Cunnersdorf projektieren lassen.

Auch wenn wir nicht alle dieser Maßnahmen aus eigener Kraft finanzieren können und eine Kreditaufnahme geplant ist, wir werden mit der Pro-Kopf-Verschuldung in Hainichen weiter unter dem sächsischen Landesdurchschnitt aller Kommunen liegen und beim Ranking im Frühwarnsystem der sächsischen Kommunen im Hinblick auf die Finanzen weiterhin einen vorderen Platz einnehmen.  Hier  lagen wir 2017 erstmalig in die beste Kategorie A. Noch vor 10 Jahren, als uns insbesondere das ungelöste Altschuldenproblem der HWG Sorgen bereitet hat, lag Hainichen im hinteren Teil dieser Tabelle. Hoffen wir, dass dies künftig so bleibt.

Auf zwei der genannten Baumaßnahmen möchte ich an dieser Stelle näher eingehen, die Sanierung des Neorokokosaals sowie die Errichtung eines Kunstrasenfußballplatzes:

Ich halte die Entscheidung, die Sanierung des Saals anzugehen, für den absolut richtigen Weg. Die zweifellos vorhandenen Kritiker des Vorhabens blieben mir bis heute die Antwort schuldig, was denn die Alternative zur Sanierung wäre: Das Wort Abriss hat sich bislang niemand von ihnen getraut, in den Mund zu nehmen. Dies wäre im Übrigen auch gar nicht so ohne weiteres möglich, denn dann müssten wir die 2010 und 2016 erhaltenen Fördermittel für die Sanierung der Äuß. Hülle sowie den Neubau der Brücke aus Richtung Brauhofstraße in Höhe von rund 1,2 Mio. € zurückbezahlen. Und ein Frevel wäre es zudem, das kulturelle Erbe, welches unsere Altvorderen unter Entbehrungen geschaffen haben, zu zerstören.  

Ich bin übrigens zwischenzeitlich nicht mehr allzu böse, dass wir bislang keinen Betreiber für den Saal gefunden haben. So haben wir als Stadt unsere Hände darauf, was mit dem Saal wird. Unsere Nachbarstadt Nossen hat mit dem Sachsenhof einen ähnlich prächtigen Saal und hat erst vor wenigen Wochen dem Pächter den Vertrag nicht mehr verlängert, da auch eine private Betreibung ihre Nachteile haben kann. Sollte sich ein kompetenter Betreiber melden, dann ließe sich über eine Verpachtung sicherlich reden. Aber nicht um jeden Preis.

Völlig unverständlich ist es mir, wie sich der Bund der Steuerzahler dazu herablassen konnte, die Sanierung dieses Kleinods Saals als Steuerverschwendung zu brandmarken. Es ist in meinen Augen schon ein riesiger Unterschied, ob ich den Neubau von Brücken und Straßen die nirgendwohin führen und die offensichtlich auch kaum einer braucht, öffentlich kritisiere oder ob ich die bereits begonnene Sanierung eines Kulturerbes in den Dreck ziehe.

Ich habe den Präsidenten des Steuerzahlerbunds Sachsen, Thomas Meyer, vor einigen Tagen nach Hainichen eingeladen, um sich selbst ein Bild von unserem Vorhaben zu machen. Heute erhielt ich die Mitteilung dass er am 25.1. vorbeikommen wird, um sich selber ein Bild zu machen. Ich denke und hoffe, er revidiert seine Meinung.  

Nach Errichtung des Hochbaus im Eingangsbereich des Neorokosaals sowie der Verstärkung der Gründung durch Bohrpfähle sollen im Herbst 2018 die Innenarbeiten zur Ertüchtigung des Saals beginnen. Ich denke, ich kann zum Neujahrsempfang 2019 schon eine Prognose wagen, ob der Saal zum Empfang 2020 oder erst ein paar Monate später fertig sein wird.

Auch beim Bau des Kunstrasens gibt es neben zahlreichen Befürwortern auch einige Kritiker. Diesen will ich entgegenhalten, dass Hainichen wohl derzeit die einzige Stadt weit und breit ist, in deren Stadtgebiet lediglich ein einziger Rasenplatz für den Fußball zur Verfügung steht. Der als „Schleifscheibe“ verrufene Hartplatz ist gerade fürs Nachwuchstraining keine echte Alternative. Riechbergs Fußballplatz wird vom RFC intensiv genutzt und ist von Hainichen auch recht weit entfernt. Nicht nur für den Hainichener Fußball, auch für den Schulsport ist der Kunstrasenplatz sehr wichtig und sinnvoll angelegtes Geld, davon bin ich überzeugt.

Jeder Einwohner hat den Wunsch nach angemessenen Grün- und Sportflächen. Ohne solche Freizeitmöglichkeiten ist eine Stadt nicht attraktiv und zieht auch keine neuen Einwohner an. Wir brauchen den Kunstrasen sowohl für den Schul- als auch für den Freizeitsport. Und wenn die 1. Männermannschaft des Hainichener FV Blau Gelb im Sommer den Wiederaufstieg in die Mittelsachsenliga perfekt macht, sind hoffentlich die letzten Kritiker verstummt und halten den Kunstrasen für eine richtige Investition. Die Stadträte beider Fraktionen waren sich nach dem Besuch vor Ort im September 2017 in großen Teilen einig, dass es sich bei der Errichtung des Kunstrasenspielfelds um eine wichtige und notwendige Investition handelt

Apropos Fußball: Auch 2018 wird es im HKK Vereinshaus wieder Public Viewing zur Fußball WM in Russland geben. Partyquerbeet hat angekündigt, diesen Service wieder anzubieten. Legendär war die Stimmung im HKK zur WM 2014 in Brasilien, als unser deutsches Team im Halbfinale Brasilien mit 7:1 vom Platz fegte und anschließend gegen Argentinien den Pokal nach Deutschland holte, wo es dann am Hainichener Markt zu später Stunde eine tolle Siegesfeier gab. Noch befinden wir uns im Land des Fußballweltmeisters.

Wollen wir hoffen, dass sich dies alles 2018 in Russland wiederholt. Eine Prognose wage ich nicht abzugeben, bin mir aber ziemlich sicher, dass unsere Mannschaft nicht gegen Italien bzw Holland ausscheidet. Leider nehmen die Sportwettenbetreiber darauf keine Einsätze an.

Weitere Investitionen 2018 sind eng mit Umsetzung des Parkkonzepts verbunden, 129.500 € sind dafür im Haushalt enthalten. Insbesondere das Areal um das Wildgehege soll in diesem Jahr attraktiver gestaltet werden. Für 170.000 € soll die Fassade des Lehrschwimmbeckens sowie der Turnhalle trocken gelegt, gedämmt und erneuert werden.

Der Flächennutzungsplan als Instrument unserer Entwicklungsziele gerade im ländlichen Bereich, soll dieses Jahr Rechtskraft erlangen, unter der Steinbogenbrücke in Schlegel soll der Kolk ebenso instandgesetzt werden, wie der Böschungsbereich an der Irbersdorfer Straße in Gersdorf nahe bei der Autobahnbrücke. Das Landratsamt plant den Rückbau der Stützmauer an der Berthelsdorfer Wendeschleife und eine Abböschung des Uferbereichs.

Zur letzten Stadtratssitzung im 2017 am 20.12. wurde mit Verabschiedung des Haushalts für 2018 der Weg geebnet, dass all diese ehrgeizigen Pläne auch umgesetzt werden können. Leider, trotz der aus meiner Sicht positiven Botschaft, mit 6 Gegenstimmen. Aber daran sind wir in Hainichen gewohnt. Ich hoffe auf eine baldige Genehmigung durch die Rechtsaufsicht.

Auf welche Baumaßnahmen können wir uns 2018 in Hainichen noch freuen?

Bei einigen derzeit noch unansehnlichen innerstädtischen Häusern können wir 2018 davon ausgehen, dass sich deren Anblick nachhaltig verbessert:

Das markante Gebäude an der Gellertstraße 50 wurde vor rund einem Jahr von einem nach meinem Dafürhalten sehr seriösen Leipziger Bauträger erworben. Heute Mittag fand dort übrigens ein Besichtigungstermin mit potentiellen Investoren vor Ort statt, der Bauantrag beim Landratsamt wurde bereits gestellt. Ich denke, dass die Sanierung der Immobilie in diesem Jahr beginnen wird. Der gleiche Bauträger hat übrigens 2017 auch die ehemalige Fettchemie schräg gegenüber der Trinitiatiskirche erworben und möchte diese ebenfalls ausbauen. Zunächst soll jedoch der Schwerpunkt auf die Gellertstraße 50 gelegt werden.

Der unansehnliche und durchaus auch gefährliche Anblick des Eckhauses Gerichtstraße/ Ecke Mittweidaer Straße wird ebenfalls in nächster Zeit verschwinden. Dank zweier Investoren aus unserer Stadt, welche die Nachbargebäude  erworben haben, wird das von außen größer aussehende Haus als es tatsächlich ist, seit November saniert. Sobald die ersten warmen Tage kommen, soll die Fassade ihr neues Antlitz erhalten.

Ebenfalls 2018 beginnen werden die Arbeiten an der Brauhofstraße 6 und 8: Hier mussten wir beim bereits eingeleiteten Ausschreibungsverfahrens für die Sanierung vom Bauherrn noch Korrekturen verlangen, um die Fördermittelbereitstellung nicht zu gefährden. Die Vorzeichen stehen aber gut, dass die Sanierung der beiden Häuser zeitnah beginnt.

Mein großer Wunsch geht aber heute an unsere Gäste, sich zu überlegen, ob nicht jemand von Ihnen sich ans Fischerkaufhaus heranwagt: Nachdem der langjährige Gebäudebesitzer aufgrund von Privatinsolvenz finanziell nicht in der Lage war, das Haus in einen besseren Zustand zu versetzen, erwies sich der Käufer, welcher die beiden Gebäude vergangenen Sommer bei der Zwangsversteigerung erworben hat, als reiner Spekulant. Glücklicherweise konnte er vergrault werden, denn das Fischerkaufhaus muss nach Jahrzehnten in denen dort fast nichts geschah, dringend saniert werden, auch um den ansonsten schönen Anblick der Westseite unseres Marktes zu bereichern. Der Immobilienmakler hat mir vor einigen Tagen Mails interessierter Personen mit italienisch bzw. polnisch klingenden Namen zugeschickt. Ich denke nicht, dass diese Personen andere Plänme haben, wie das Nichtstun am Gebäude und Abwarten einer möglichen Preissteigerung. Wir müssen uns beim Fischerkaufhaus aus den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen – oder mit dem Anblick noch lange leben.

Ich könnte mir z. B. vorstellen, dass dort eine Pizzeria gut hinein passen würde, zumal das gastronomische Angebot in unserer Stadt schon einmal ein ganzes Stück vielfältiger war, als es derzeit der Fall ist. Interessenten fürs Fischerkaufhaus können sich gern an mich wenden, bzw. über das Inserat beim Immobilienscout mit dem beauftragten Makler in Kontakt treten. Sollte im Neorokokosaal kein gastronomisches Angebot vorgehalten werden, kann ein Lokal im nahegelegenen Fischerkaufhaus durch diese Synergien eine wahre Goldgrube werden.

Keine Prognose abzugeben wage ich zu den Themen Autohof an der A 4 und Marktterrassen. Ich muss in beiden Fällen nach vielen Gesprächen mit den Investoren Goethes Faust zitieren  „Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. In beiden Fällen würde ich mich sehr freuen, wenn man den Worten Taten folgen ließe. Ob das Ausbaggern einer riesigen Baugrube auf dem Markt der Anfang für den Bau der Marktterrassen ist – gerne würde ich wie beim Leinenweberhof zugeben, dass ich mich mit meinem Pessimismus getäuscht habe.

Beim Striegistalradweg wird 2018 wohl ein wichtiges Jahr werden, ob wir uns auf jahrelange Rechtstreitigkeiten einlassen müssen, oder zeitnah bauen können. Es ist in meinen Augen mehr als unverständlich, mit welchen hanebüchenen Argumenten einzelne Umweltverbände bestehende Gesetzeslücken und uneindeutige Gesetztestexte für ihre Gunst ausnutzen. Beim Lesen der Begründung warum der Radweg so schädlich sein soll, dass er nicht gebaut werden kann, habe ich schon nach wenigen Zeilen das 60 seitige Dokument weggelegt. Hier versucht man offensichtlich mit komplizierten Wortspielen auf eine Zermürbetaktik hin zu arbeiten  Beim Abschnitt von Crumbach zur Kratzmühle liegt der Vorgang nach ergangenem Planfeststellungsbeschluss und Klage eines Verbandes derzeit beim Verwaltungsgericht, ich hoffe, dass der Einspruch dort bald abgewiesen wird.

Für die restlichen Abschnitte von der Kratzmühle bis nach Roßwein wurden die gesamten Planungsunterlagen von mir im August 2017 bei der Landesdirektion abgegeben. Ich hoffe, dass die öffentliche Auslegung in diesem Jahr erfolgen wird.

Ich möchte meinen Satz vom Beginn der Ansprache noch einmal ins Gedächtnis rufen: Die große Politik würde bei den Bürgern eine ganze Menge Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, wenn sie dafür sorgt, dass derartige Ausuferungen bestehender Gesetze im Interesse der Allgemeinheit künftig nicht mehr möglich sind. Das ist auch Populismus.

Auch beim Hochwasserschutz an der Kleinen Striegis wiehert aktuell der Amtsschimmel. Nachdem wir 2013 die Tierarten rund um das geplante Hochwasserschutzbecken in den Großwiesen katalogisiert hatten, konnten die Planunterlagen ein ums andere Monat nicht eingereicht werden, weil immer neue Nachforderungen der Genehmigungsbehörde kamen. Als ich im Sommer vergangenen Jahres ebenfalls- um die Wichtigkeit für die Stadt Hainichen zu unterstreichen – die Planungsunterlagen bei der Landesdirektion Sachsen in Chemnitz abgegeben hatte, stellte sich einige Wochen später heraus, dass wir nunmehr wohl nicht nur das Gebiet unmittelbar am Regenwasserrückhaltebecken untersuchen müssen, sondern einen 500 Meter breiten Streifen zu beiden Seiten des geplanten Bauwerks. Damit verlieren wir zumindest ein Jahr, was auch deswegen unvermeidbar ist, weil die 2013 durchgeführten Artenzählungen nur 5 Jahre gelten, Ich befürchte aber, dass man uns am Ende diesen Jahres die nächsten Hürden für die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts präsentiert und damit dieses gerade für die Anwohner des Gewässers enorm wichtige Vorhaben weiter hinauszögert. Ich hoffe sehr, dass ein Gespräch kommenden Montag beim Präsidenten der Landesdirektion Sachsen, Frau Firmenich wird uns dabei begleiten, mehr Klarheit bringt.

Ein Stück optimistischer bin ich beim Radweg entlang der B169 von Gersdorf nach Falkenau. Leider muss zur Erlangung von Baurecht das Instrument des Planfeststellungsverfahrens gezogen werden, da einzelne Grundstücksbesitzer nicht bereit waren, uns ihr Land für den Radwegebau zur Verfügung zu stellen. Nach Aussage des Leiter des Chemnitzer LaSuV Herrn Stritzke, sollen die Unterlagen zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens im 2. Quartal an die Landesdirektion gehen. Dann könnte im Idealfall 2018 die Auslegung der Unterlagen erfolgen und evtl. sogar noch in diesem Jahr der Planfeststellungsbeschluss ergehen.

Etwas mehr Zeit brauchen wir leider noch für den wohl dringendsten Radweg im Stadtgebiet überhaupt, nämlich den entlang der S201 von Hainichen nach Falkenau. Da Umweltbelange betroffen sind, muss der Vorentwurf sowohl an die Untere Wasser- als auch an die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt gehen. Dies soll dieser Tage erfolgen. Ich wäre schon zufrieden, zum Empfang 2019 verkünden zu können, dass das Planfeststellungsverfahren angelaufen ist und die Unterlagen bei der Landesdirektion in Chemnitz liegen.

Eine ganz besonders wichtige Sache für unsere Stadt ist die Bereitstellung von Breitband für schnelles Internet. Auch wenn gefühlt derzeit nur wenige unsrer Einwohner über langsames Internet klagen, es gibt zahlreiche Experten, welche perspektivisch das Vorhandensein eines leistungsfähigen Breitbandnetzes für genauso wichtig halten, wie einst Bahnanschlüsse, bzw. die Strom- bzw. Gasversorgung.

Wir haben uns in Hainichen für das sogenannte Betreibermodell entschieden und zur juristischen Begleitung des hochkomplizierten Prozesses die Beratung einer der auf diesem Gebiete führenden Anwaltskanzleien in ganz Deutschland gesichert. Erfreulicherweise hat sich die sächsische Landesregierung vor kurzem verständigt, die kommunalen Eigenanteile dafür komplett zu übernehmen. In Hainichen wären dies rund 1,7 Mio. €. Wir hätten diesen Betrag kreditfinanzieren müssen. Ich kann nur hoffen, dass Dresden hier Wort hält.

Zur SR Sitzung in 1½  Wochen soll die Technische Begleitung des Prozesses vergeben werden. Die Ausschreibung für die Suche nach einem Betreiber sollte spätestens im 2. Quartal 2018 über die Bühne gehen. Ungeachtet dessen werden dann in manchen Gebieten der Stadt perspektivisch möglicherweise sogar drei leistungsfähige TK Netze zur Verfügung stehen, denn auch die Telekom will im Rahmen des Vectoring ihr bestehendes Netz ausbauen und in den großen Wohngebieten hat Telekolumbus ebenfalls angekündigt, in nächster Zeit ein leistungsfähiges Breitbandnetz schaffen zu wollen. Die geplante Investitionssumme von ca. 13 Mio. € beim Betreibermodell  wird dann wohl der größte Betrag für ein Einzelvorhaben überhaupt in unserer Stadtgeschichte sein.  

Sie sehen also, meine sehr geehrten Damen und Herren, unsere Bemühungen, zu versuchen, Hainichen noch attraktiver zu gestalten, halten unvermindert an. Auf dem Weg  dorthin haben wir, wie ich meine, in der Vergangenheit nicht alles falsch gemacht.

Sei es mit der Errichtung des Schulzentrums, dem systematischen Ausbau unserer Straßen, aber auch bei der Brachenbeseitigung und Schaffung von Freizeitmöglichkeiten. Hainichen erscheint als Wohnort attraktiv. Die Zuzugszahlen des Vorjahres bestätigen mich in dieser Auffassung, 414 Zuzüge 2017 stehen 410 Wegzüge gegenüber. Da uns 2017 eine recht große Zahl Bewohner der Flüchtlingsunterkunft verlassen haben, wirkt diese Zahl noch besser.   

Bei einer Erhebung der Freien Presse im Sommer 2017 gehörte Hainichen im gesamten Landkreis Mittelsachsen zu den Städten, welche in den letzten 15 Jahren prozentual am wenigsten Einwohner verloren haben.

Eine richtig gute Sache für unsere Stadt ist das nunmehr endlich funktionierende Chemnitzer Modell, dank dessen wir zwischenzeitlich ja de facto Teil von Chemnitz, immerhin der nach Berlin, Leipzig und Dresden viertgrößten Metropole in Ost-Deutschland geworden sind. Wer schon mit der Citybahn von Hainichen aus direkt zum Chemnitzer Weihnachtsmarkt oder Stadtfest gefahren ist, wer sich an der Zentralhaltestelle in Chemnitz gefreut hat, dass dort als eines der Ziele der Züge „Hainichen“ steht, der wird mir dies sicher bestätigen.

Mir fiel dieser Tage eine Statistik vom Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister 2005 in die Hände. Damals prognostizierte die Berthelsmannstiftung, dass Hainichen 2015 nur mehr 8.147 Einwohner haben wird. Tatsächlich sind es aber 6,5 % mehr. Das sind immerhin 564 Personen mehr als prognostiziert. Viele andere Orte haben im Vergleich zur Berthelsmann- Prognose von 2005 - 2015 noch mehr Einwohner verloren als damals prognostiziert wurde, bis zu 6 %. Das sollte uns beweisen: Hainichen liegt derzeit auf keinem ganz schlechten Kurs.

Eine andere Sache hat mich dieser Tage auch beeindruckt, nämlich die Anzahl an Feuerwehr-einsätzen im vergangenen Jahr. Obwohl die Brandserie der Jahre 2015/16 glücklicherweise beendet zu sein scheint, mussten unsere Wehren im Vorjahr insgesamt 90mal ausrücken. Die Gesamteinsatzstunden allein im Jahr 2017 summieren sich auf 1054. Hinzu kommen 4.490 Stunden Ausbildung vor Ort, 505 Stunden auf Kreisebene und 546 Stunden an der Landesfeuerwehrschule Hoyerswerda. Das bedeutet, dass bei unseren Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen im Ehrenamt jeden 4. Tag der Funkmeldeempfänger piepste und zum Einsatz gerufen hat. 6595 ehrenamtliche Stunden für die Feuerwehr, im Einsatz oder bei der Ausbildung: Täglich werden im Durchschnitt durch Kameradinnen und Kameraden unserer Wehren 18 Stunden und 4 Minuten ehrenamtliche Arbeit geleistet. Das verdient unser aller höchsten Respekt und ich danke unserer Feuerwehr ganz ausdrücklich dafür.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich denke also wir können 2018 zuversichtlich nach vorne schauen. In Deutschland, in Sachsen, aber auch in unserer beschaulichen Hainichener Welt. Es gibt weder schwarz noch weiß. Im Maßstab der großen Welt geht es uns in Deutschland gut. Im Maßstab unserer Hainichener Welt gibt es  trotzdem eine Menge zu tun. Für 2018 wollen wir gemeinsam und mit Zuversicht nach vorne schauen. Optimistisch sollten wir sein, weil wir alle Möglichkeiten haben, unsere Stadt mit ihren Ortsteilen noch besser zu machen. Nur mit Optimismus wird es 2018 weiter bergauf gehen. Davon bin ich persönlich überzeugt. Seien Sie es mit mir. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen, sowie viel Glück und Gesundheit im Jahr 2018.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit. 

Dieter Greysinger

Bürgermeister

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